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Samstag, 3. April 2010

Semana Santa - die Prozessionen


Es ist schon ein Erlebnis der besonderen Art: die Karfreitagspozessionen in Santa Cruz de La Palma. Wenn man diese mittelalterliche Tradition nicht kennt, dann ist es um so eigentümlicher, beeindruckender, ja auch ein wenig beklemmend in der Atmosphäre. Zu dumpfen aber eindringlichen Trommelschlägen bewegt sich die Prozession im Gleichschritt eines langsamen, dunklen Rhythmus durch die Gassen der Altstadt La Palmas. Es sind Gestalten ganz in schwarz mit spitzen, hochaufragenden Kapuzen, die das Gesicht völlig verbergen.


Sie tragen Kerzen, Kreuze, Fahnen. Einige sind barfüßig und schleppen eine schwere Kette, die an ihren nackten Fußgelenken befestigt ist, hinter sich her. Das Geräusch, das diese Ketten scheppernd über den mittelalterlichen Straßenbelag machen ist im Zusammenspiel mit dem dunklen Trommelrhythmus eine beinahe schon beängstigende Kulisse. Man fühlt sich wie auf einer Zeitreise - ins Mittelalter. Vermummte Gestalten tragen große Statuen mit Heiligen oder Jesus-Figuren, mit Blumen reich geschmückt, mit Kerzen in Glasvasen beleuchtet.




Das Ende der Prozession bildet eine Gruppe von Frauen, die wie schwarze Witwen anmuten, elegant gekleidet mit der traditionellen Mantilla, einen Rosenkranz betend. So ziehen die Prozessionen durch die Stadt, begleitet von vielen Besuchern, fast alles Palmeros, Spanier. Offenbar finden nur wenige Touristen zu diesem Schauspiel.










Sonntag, 31. Januar 2010

Deutschland - ein Wintermärchen

Natürlich wissen wir das: in Deutschland regiert der Winter mit harter Hand. Und doch: man kann es sich bei mehr oder minder 20 Grad nicht wirklich mehr vorstellen, wie das ist, zumal es ja in den letzten Jahren in Deutschland eher weniger winterlich war. Um so mehr jetzt. Seit Mittwoch darf ich nun Winterwonderland Deutschland genießen. Allerdings sind diese Schneemassen schon wieder eher ein Problem als das reine Vergnügen. Derweil ich hier Schneebälle forme gibt es für unser Inselchen mal wieder Unwetterwarnung und die Nachbarn sind erneut evakuiert worden. Man befürchtet erneut Regenfälle wie im Dezember. Mann, Hund und Katze harren tapfer aus im Haus, mit Wischmop im Anschlag um möglicherweise eindringendes Wasser abzuwehren. Bleibt zu hoffen, dass die freigespülten barrancos die Wassermassen auffangen und direkt ableiten, ohne dass weitere Häuser und Gärten zu Schaden kommen. Wir hier halten uns derweil warm.

Sonntag, 27. Dezember 2009

Die neuen Barrancos sind die alten Barrancos



Die Natur schafft sich ihren Weg, egal was die Menschen planen oder wollen. Das zumendest zeigt sich jetzt. Da, wo früher einmal sog. Barrancos (Erosionsschluchten) die Landschaft La Palmas und auch unsere nächste Umgebung hier im Süden durchschnitten haben, baute man vor Jahren die untere Küstenstrasse - und schüttete dabei dieses Barrancos zu. Sie waren zu nichts nütze und blockierten den Strassenbau. Das rächt sich nun. Denn die Natur nimmt die alten Wege und hat die einmal aufgeschüttete Erde jetzt einfach durch die alten Barrancos hinuntergespült. Dabei sind ganze Strassenstücke weggerissen worden und darunter gähnen jetzt metertiefe Schluchten, in denen die Leitplanken aussehen, wie abgefeierte Papierschlangen. Man fragt sich, wie diese Stellen, die natürlich völlig unpassierbar sind, wieder hergestellt werden sollen. Zumal eines klar ist: der nächste Starkregen kommt bestimmt. Also: zuschütten ist diesmal wohl nicht. Eher wird man diese Stellen wohl überbrücken müssen. Wäre vermutlich klüger, denn man böte der Natur an, ihre unhaltbaren Wassermengen auf einmal existenten Wegen abzuleiten. Traurig für alle, deren Häuser, Zuwege, Gärten oder Felder im Wege sind. Auch die sind jetzt Opfer der Naturgewalt geworden und haben z.B. Freunde z.Z. obdachlos gemacht, wenn sie können nicht mehr bis zu ihrem Haus kommen. Aber dafür gibt es hier große Hilfsbereitschaft: man gewährt sich Unterkunft, läßt andere duschen oder Wäsche waschen. Das schweißt zusammen und ist eine schöne Seite solcher ansonsten verzichtbaren Erfahrungen. Insgesamt normalisiert sich die Lage langsam, aber es wird wohl noch Wochen oder gar Monate dauern, bis die Strassen wieder völlig hergestellt sind.


Mittwoch, 23. Dezember 2009

La Palma - Land unter

Es ist ja nicht das erste Mal, dass es vor Weihnachten ungemütliches Wetter ist, aber diesmal ist es extrem. Es regnet seit Tagen und zwar in Strömen. Das Wetter kommt im wesentlichen aus Südwest und ist mit heftigsten Sturmböen verbunden. Das Resultat: unser altes Häuschen zeigt so seine Schwächen und - obwohl wir schon überall Schwellen vor die Türen gegossen haben - dringt das Wasser ins Haus und stand heute morgen in Küche und Bad. Die Straßen sind mit Geröll und Erdlawinen zu und nach Los LLanos ist kein Durchkommen. Auch ins Dorf hoch konnte man gestern über Stunden nicht. Laut Internet sollen verschiedene Häuser evakuiert worden sein. Dass soviel Erde heruntergespült wird ist eine Folge des Brandes Anfang August. Das gesamt Unterholz ist bis in das Wurzelwek weg und kann die Erde nicht mehr halten. Nun muss mit großem Räumgerät gearbeitet werden, das von der ganzen Insel hier im Süden zusammengezogen wird. Für die Männer sicher kein Spass bei dem Wetter. Aber morgen soll alles vorbei sein. Hoffen wir´s.

Samstag, 31. Oktober 2009

Bar "El Rubio" eröffnet

Mit großer Spannung erwarten wir die Neueröffnung der Bar im "Centro Cultural" im Ortsteil Las Indias, die andere Seite von Fuencaliente. "El Rubio" wird sie heißen und gehört unserem Freund Markus, der sich damit einen Lebenstraum erfüllt. "El Rubio" heißt "Der Blonde" und ist der Spitzname unter dem unser Freund ortsbekannt ist. Endlich eine Bar, in der es leckeren (deutschen) Kuchen geben wird und man mit herrlichem Blick aufs Wasser auch draußen sitzen kann. Außerdem wird es leckere Tapas geben, so dass wir sicher hin und wieder unsere Küche kalt sein lassen und bei El Rubio zu Gast sein werden. Wir freuen uns sehr und wünschen viel Erfolg!

Mittwoch, 8. April 2009

Auszeit auf www.sonneninsel-la-palma.de

Es passieren doch immer wieder nette Überraschungen: da melden sich die Betreiber der Seite www.sonneninsel-la-palma.de bei mir und bieten mir an, in ihrem Blog meinen Garten und mein Projekt vorzustellen. Na, da sage ich doch gerne ja! Zumal die Seite mir sehr gut gefällt. Sie ist gut strukturiert, informativ und im Blog finden auch Hiesige interessante News - wie etwa das bevorstehende Konzert von Jean Michel Jarre auf dem Roque de Los Muchachos. Nette Kooperation, vielen Dank nochmal auch von hier aus! Und an alle La Palma-Interessierten: schaut Euch die Seite an!

Dienstag, 13. Januar 2009

Feliz nuevo año!

Allen Lesern, Freunden und Kunden von "Auszeit La Palma" wünsche ich auf diesem Wege ein frohes und gutes Neues Jahr. Lassen Sie sich nicht schrecken von den Krisenprognosen und denken Sie immer daran: "Wir schaffen das!" Wir alle werden die Krise überstehen, der ein oder andere vielleicht mit etwas Blessuren, aber was bitte schreckt uns noch in der heutigen Zeit? Wer hat nicht schon einmal ganz tief unten gestanden, gleichgültig wegen was. Wir haben gelernt mit Krisen umzugehen, das auszuhalten, sie irgendwie zu meistern und so wird es auch dieses Mal sein. So platt es klingen mag, aber es geht irgendwie immer weiter. Und ich bin überzeugt davon, je mehr wir die Krise herbeireden und bejammern - selbt wenn sie uns selbst noch gar nicht wirklich getroffen hat, um so mehr tragen wir zu ihrer Verschlimmerung bei. Also: Wird schon, auch wenn wir die Zähne zusammenbeissen müssen. Nur Mut!

Dienstag, 16. Dezember 2008

La palma para ti – no. 2 ist da!

Das neue Inselmagazin “La Palma para ti” ist soeben mit seiner zweiten Ausgabe erschienen. Noch bunter, schöner und informativer ist es geworden und die Artikel sind jetzt zweisprachig, in spanisch und deutsch. Das entspricht dem Wunsch der Macherin, mit dem Heft nicht nur die deutschen Inselresidenten und Touristen anzusprechen, sondern auch unsere spanischen Gastgeber. Auch die Auflage konnte wegen der Nachfrage schon deutlich gesteigert werden. Wer sich das ganze mal anschauen möchte, kann das auch online tun unter: www.lapalma-medien.com
Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und noch mehr Zuspruch!

Montag, 10. November 2008

Kanarenreportage "Brigitte"


In der Ausgabe am 22. Oktober war es soweit: die Kanarenreportage in der "Brigitte" kam. Tatsächlich nur sehr kurz fand auch mein Seminargarten Erwähnung. Ein wenig schade natürlich. Aber auch andere Anbieter auf La Palma hatten nicht mehr Glück. Da muss man schon auf Teneriffa leben, um mehr Raum zu kriegen. Aber das wollten wir ja nicht. Also schwenke ich weiterhin mein Fähnchen hier auf La Palma und hoffe, dass uns die Finanzkrise nicht alle Besucher vergrault. Immerhin startet im Januar mein erstes Seminar und darauf freue ich mich natürlich schon sehr.

Dienstag, 19. August 2008

La Palma und seine Vulkane - nichts als Weite und Stille


Zwar ist sie die drittkleinste der Kanarischen Inseln, verfügt aber über den größten Senkkrater der Welt. Sie ist eine der steilsten Inseln des Planeten und hat als einzige des kanarischen Archipels einen noch immer nicht erloschenen Vulkan, der auch als letzter ausbrach: 1972 der Teneguia im Süden der Insel. Grund der vulkanischen Entstehung ist die sog. Kontinentaldrift zweier tektonischer Platten: der des Atlantiks und der Afrikas. Sie schwimmen auf einem gigantischen Magmastrom, einem sog. „hot spot“ und reiben aneinander. Der Erdmantel ist hier heißer als anderswo. Immer wieder kommt es zu Vulkanausbrüchen, jedoch sind auf La Palma noch nie Menschen dabei zu Schaden gekommen. Dem Vulkanismus hat La Palma nicht nur seine Existenz zu verdanken, sondern er verleiht dieser kleinen Insel auch ihr ungewöhnliches Landschaftsbild. Beherrscht wird sie von der Caldera Taburiente. Man nimmt an, dass es sich ursprünglichen um ein Ensemble von mehreren kleinen und einem gewaltigen Vulkan handelte, dessen 3.500 Meter hoher Dom vor mehr als 10 Millionen Jahren zunächst einstürzte. Die Kraterränder erodierten dann in den folgenden Jahrmillionen zur heute faszinierenden Naturschönheit der Caldera. Ihre Hänge steigen bis auf 2.426 Meter auf, ihr Inneres ist von Schluchten zerfurcht. Ein Paradies für Wanderer. Südlich der Caldera erstreckt sich dann ein Höhenzug wie ein Rücken hinunter zur Südspitze der Insel, übersät mit Vulkankegeln: die Cumbre Nueva und die Cumbre Vieja. Wer bis in den Süden kommt, erreicht den jüngsten und größten Lavastrom, der sich vom Teneguia ins Meer erstreckt. Hier zeigt sich die Vulkanische Landschaft in seiner extremsten Form: bizarre Schlackefelder, sich auftürmende Basaltbrocken und feinerer Lavasand begleiten den Wanderer am Teneguia vorbei bis hinunter ans Wasser. Der große Bruder des Teneguia, der Vulkan San Antonio bietet von seinem Kraterrand einen beeindruckenden Ausblick auf den rot-braunen Teneguia und das Lavafeld. Obwohl dieser letzte Vulkanausbruch gerade erst etwas über dreißig Jahre her ist, haben die Palmeros sich das Land bereits wiedergeholt: rund um den Teneguia wachsen die aromatischen Trauben, die den bekannten Teneguia-Wein ergeben und an der Küste erstrecken sich große Bananenplantagen.

Die Inselgruppe der Kanaren insgesamt liegt am östlichen Rand des sog. Kanarischen Beckens, das bis auf 6500 Meter Tiefe abfällt. Das Becken besteht aus einem kleineren Nordbecken und einem größeren Südbecken, an dessen östlichen Rand sich die Kanaren erheben. Was wir heute als die Kanarischen Inseln sehen, ist nur 5% des gewaltigen unterseeischen Kanarengebirges, ohne Frage sehr schöne 5%.

Schweigen am Vulkan


Wer sich der Faszination der vulkanischen Landschaft einmal auf besondere Weise nähern möchte sei hier auf ein besonderes Angebot aufmerksam gemacht: Im Rahmen ihres Seminarangebots in dem wunderschön gelegenen Seminargarten „Jardin de vida“ in Fuencaliente biete ich eine dreitägige Veranstaltung unter der Titel: „Stille Tage auf La Palma“ an. Im Zentrum steht dabei das Schweigen. Während sich die Teilnehmer am ersten Tag dem Thema behutsam nähern steht am zweiten Tag eine Schweigewanderung durch die Vulkanlandschaft des Südens auf dem Programm. Über sanft sich wellende Hügel, immer wieder durchsetzt von Lavabrocken und bizarren Schlackeformationen gehen wir vom Teneguia hinunter ans Meer. Diese Landschaft ist Urgewalt, ist Leere, ist Weite, ist Stille. Wir lauschen dieser Stille um uns, nehmen sie in uns auf, so dass sich die Stille auch in uns ausbreiten kann. Immer wieder halten wir an, suchen uns einen Platz, an dem wir ganz für uns sein können, das mächtige Panorama still betrachtend. Zum Abschluss lädt uns der Atlantik zum baden ein. Der dritte Tag bietet die Möglichkeit das Erlebte noch einmal zu reflektieren. Infos unt er

Samstag, 9. August 2008

Rezensionen managerSeminare (August) und Meta IV

Dank Internet ging´s diesmal schneller mit dem Rezensieren. Hier die Themen des August-Hefts:

1) Das ausgebrannte Unternehmen – organisationales Burnout
2) Werden Sie konkret – Pressearbeit für Personaler und Trainer
3) Billigheimer – Tiefpreise in der Weiterbildung
4) das Ende der Uhr – Zeitmanagement heute
5) Fraunhofer lernt von Fraunhofer – Weiterbildung 2.0
6) Vom Nutzen einer umstrittenen Methode - Organisationsaufstellungen


Jaja, die liebe Zeit. Wie furchtbar ist es doch zu lesen, wie sich die Menschen mit dieser knappen Ressource herumschlagen um sie sich bis zum Kragenrand zu füllen: Simultanten nennt man sie (erinnert mich an Mutanten, was mich wiederum mit leichtem Schaudern erfüllt.) Nun, hier am äußersten Rande Europas, auf einer kleinen Insel, ist das mit der Zeit eine gaaanz andere Sache: man hat ziemlich viel davon. Und daran muss man sich gewöhnen! Zuerst haben wir das nicht so gemerkt, wir hatten ja reichlich zu tun mit unserer Renovierung und ich musste dann meine Seminarplanung, meine Homepage usw. erarbeiten, da hatte ich eigentlich immer gut zu tun. Aber mittlerweile ist das erledigt und nun merkt man sie deutlicher: die Zeit. Das heißt, auch ich brauche ein anderes Zeitmanagement: ein viel langsameres. Und das ist gar nicht so leicht! Die Arbeitsaufgaben, die da sind, wollen gut verteilt sein, Pausen reichlich eingeplant und seit es hier heftig sommert ist auch fast täglich ein Strandbesuch dabei. Sind Sie jetzt neidisch? Brauchen Sie nicht zu sein! Nicht jeder mag das. Hier gibt es Viele, die schaffen es nicht, sich ein gutes palmerischen Zeitmanagement zuzulegen und ihr Leben trotzdem interessant zu gestalten: sie langweilen sich und finden sich in dieser Langeweile gerne in Kleingruppen zusammen an bestimmen Orten, die mit „B“ beginnen und mit „ar“ aufhören. Dem Gevatter Alkohol sei dank, dass man so die (verdammte) Zeit auch rumkriegt. Da wird das Auswandern nicht so spassig.

Dank Internet, Telefon, Zeitschriften und TV fühle ich mich allerdings noch immer ganz gut im Fluss der Dinge. Und mal ehrlich: muss man eigentlich immer alles wissen? Bei allem mitreden? Zu jedem seinen Senf dazugeben? Ich muss das nicht. Und die, die immer glauben, dass sie das müssen, die leiden dann am Ende unter Burnout. Wen wundert´s? Interessant dass (endlich! möchte man hinzufügen) das Burnoutthema auch auf organisationaler Ebene sieht. Höchstwahrscheinlich sind viel mehr Unternehmen ausgebrannt als man für möglich halten möchte. Auch die Unternehmen brauchen mal eine „SMMS“ (Stunde mit mir selbst“). Und vielleicht könnte man diesen Unternehmen doch auch mal empfehlen Organsiationsaufstellungen zu probieren: da gibt es bestimmt sehr viel Erkenntnis! Für mich übrigens ein Dauer-Aufreger: immer muss alles wissenschaftlich abgesichert sein. Ja hat man denn noch immer nicht gelernt: der Mensch und alles was ihn betrifft lässt sich nicht bis ins Letzte wissenschaftlich klären! Wir sind nun mal echte Phänomene! Warum lassen wir es nicht auch mal dabei? Wenn´s doch hilft. Ja ich weiß, da werden jetzt einige sagen, dann ist auch Reiki und Astrologie und sonstiger Esoteriktralala berechtigt. Obwohl ich denkbar unesoterisch bin, denke ich grundsätzlich auch hier: weiß ich es etwa besser? Wenn Reiki Menschen hilft, mein Gott, bitte! Schaden oder beschädigen dürfen diese Methoden nicht, aber wem´s hilft, der soll´s machen. Deshalb wunderte mich das Ergebnis der Studie auch keine Sekunde: diese Teilnehmer waren vorher schon überzeugt, dass ihnen das helfen könnte. Eh voilà!
Damit haben wir mal wieder wissenschaftlich erwiesen, was eh schon klar war. Hoffentlich ist das kein Bärendienst gewesen.

Genug Senf! Schönen Tag noch allen da draußen!

Die Rezensionen nächste Woche auf www.mwonline.de

Mittwoch, 6. August 2008

Besuch in der Caldera: Zufahrt jetzt geregelt

Zum zweiten Mal seitdem ich auf La Palma bin, besuchte ich vorgestern die Caldera de Taburiente mit zwei sehr lieben Freunden, die gerade hier ihren Urlaub verbringen. Aber es hatte sich etwas verändert:

Wer über die Cumbrecita in die Caldera de Taburiente gelangen möchte, muss sich zuerst im Besucherzentrum an der Einfahrt zum Nationalpark anmelden, denn die Strasse wird von einer Schranke blockiert. Scilder weisen darauf hin.Die Nationalparkverwaltung will so die Zufahrt zur Caldera regeln. Wenn die dreißig Parkplätze belegt sind, müssen sich die Besucher im Zentrum auf eine Liste eintragen und können sich die Wartezeit in der Ausstellung des Zentrums verkürzen. Nach zehn bis dreißig Minuten wird man aufgerufen, bekommt ein Ticket und dann kann es losgehen. Die Zufahrt ist kostenfrei, man sollte jedoch das Autokennzeichen wissen.

Unsere Wartezeit betrug nur wenige Minuten, sodass ich die interessanten Informationen im Besucherzentrum gar nicht ganz aufnehmen konnte. Dass die Zufahrt geregelt ist erweist sich als Segen. Es sind keine Massen in der Caldera unterwegs und wer sich den etwas weiteren Rundweg gönnt, geht noch weiter entfernt vom Besucherstrom. Und wieder ist es eine äußerst beeindruckende Wanderung. Erneut habe ich mir vorgenommen, einmal über den Gipfelkranz um die Caldera herum zu wandern. Immer wieder macht mich diese Insel sprachlos in ihrer Schönheit.

Freitag, 11. Juli 2008

Kultur-Highlight "Theatro Chico"


Das war ein wirklich netter Theaterabend gestern abend. Bei lauschigen Sommerwetter waren wir ins Theatro Chico im Santa Cruz eingeladen, um dort den Direktor und Grand-Seigneur der Palmerischen Kulturszene, Antonio Abdo, kennenzulernen. Wir hatten Kontakt zur Theaterschule, der "Escuela municipal del theatro" in Santa Cruz aufgenommen, um über eine Kooperation zu sprechen. Das Projekt: einen Schauspielkurs für deutsche Residenten anzubieten, geleitet von meinem Mann, seines Zeichens Theaterregisseur. Wir lernten dabei den äußerst sympathischen Leiter des Instituts, Paco Paredes, kennen, der auch selbst als Schauspieler aktiv ist. Und kurz danach erhielten wir die freundliche Einladung, Antonio Abdo im Theatro Chico zu trefen und uns dort eine Produktion anzuschauen. Gesagt, getan, und siehe da, wir entdeckten im Theatro Chico wirklich ein entzückendes Kleinod von Theater. In einer ehemaligen Kirche entstand bereits im 17. Jh. das Gebäude, in dem sich das Theater heute befindet. Äußerst liebevoll restauriert, eine kleine Bühne, immerhin drei! Ränge, alles wunderschön erhalten. Zwar haben wir vom Stück nicht allzuviel verstanden, dafür reichen unsere Kenntnisse des Spanischen nicht, aber es war äußerst unterhaltsam. Antonio Abdo erwies sich als sehr sympathischer Vollblut-Theatermann, der uns auch nach dr Vorstellung den Blick von der Bühne in den Zuschauerraum gewährte. Außerdem lernten wir auch den Rest der Theatertruppe kennen und müssen erneut feststellen: wieder einmal haben wir sehr nette Spanier kennengelernt: encantada! Wir freuen uns schon sehr auf die Zusammenarbeit.

Donnerstag, 10. Juli 2008

Jetzt neu: Tagesworkshops im "Jardin de vida"

Auch die Inselresidenten und sonstigen Gäste, die ihren Jahresurlaub auf unsere schönen Insel verbringen, sollen beim Angebot des "Jardin de vida" nicht unberücksichitgt bleiben. Überlegt und getan: nun also gibt es ein kleines Workshop-Programm für Interessierte. Thematisch bunt gemischt, da sollte für jeden, der mal Coaching erleben will oder das entsprechende Thema für sich entdeckt, etwas dabei sein: Entscheidungen treffen, Ziele erreichen, positiv fühlen oder auch sich selbst coachen lernen, die Bandbreite ist groß. Der Teilnehmerbeitrag ist dagegen eher schmal kalkuliert, immerhin wünsche ich mir ja auch Zuspruch. Wer´s genauer wissen möchte, schaue bitte unter dem Stichwort "Tagesworkshops" auf meiner Hompeage www.auszeit-la-palma.de

Sonntag, 22. Juni 2008

La Palma "Para ti"

So heißt das neue Insel Magazin, für Touristen, Residenten und Teilzeitpalmeros. Gut schaut´s aus, das kleine handliche Magazin und viel interessantes und Lesenwertes steht auch drin ( unter anderem unsere Auswanderungsgeschichte, die mir heute, acht Monate danach schon wieder schrecklich lange her erscheint.) Die Optik ist leicht und modern und, wenn ich es nicht schon wüßte, erführe ich hier zum ersten Mal, was ein "cafe leche con leche" ist. Wissen Sie`s? Ich freue mich schon auf die nächste Ausgabe und wünsche von hier aus der Macherin viel Erfolg. Zu finden ist das Blättchen übrigens an vielen Stellen auf der Insel (Läden, Restaurants, Hotels, etc.)

Samstag, 17. Mai 2008

Zu Besuch bei einem alten Handwerk

Etwas versteckt, aber mitten im Herzen der Altstadt von El Paso liegt das kleine aber feine Seidenmuseum. In dem traditionsreichen Gebäude, das mit kundiger Hand und behutsam renoviert worden ist, kann der Besucher einen Blick in die Vergangenheit der Insel tun. Seit dem 17. Jahrhundert war die Produktion und Verarbeitung auf der Insel Hauptwirtschaftszweig, daran soll das Museum erinnern.

Mit viel Liebe zum Detail kann der Besucher sich hier über alle Stationen der Seidenproduktion und Verarbeitung ein lebensnahes Bild machen. Gleich im Eingangsbereich ringeln sich in einem Körbchen Seidenraupen auf grünen Blätter. Sie produzieren den edlen Stoff, aus dem so mancher textiler Traum gewebt ist. Gleich daneben findet sich ein Körbchen mit Kokons, in denen es noch lebt und in einem weiteren Korb kann man dann die fertigen Seidenkokons sehen. Aus der abgewickelten Rohseide entstehen zunächst fluffige, seidenweiche ( was auch sonst) Bällchen, die dann zu Fäden versponnen werden. Das übrigens kann der Besucher in Aktion sehen, denn einige freundliche Frauen zeigen die verschiedenen Verarbeitungsstufen live. Da drehen sich merkwürdig anmutende Spinnräder und von der Decke hängen Spindeln, die von regen Händen in Drehung versetzt werden, damit der Seidenfaden fester wird.

Gefärbt wird mit allerlei Pflanzenfarben, darunter mit dem Saft der Cochinelle-Laus, die auf den heimischen Kakteen unterwegs ist und deren Zucht in früheren Zeiten ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftszweig war. An Webstühlen kann man dann den Damen bei der Arbeit zuschauen und bewundern, wie ein feines Seidentuch entsteht. Gerne kann der Besucher auch selbst an einem der Webstühle Platz nehmen und auf das vielfältige Gewirr der Fäden und Schiffchen schauen und dem Knarzen des uralten Holzes lauschen.

Erläuterungen zu den Abläufen der Seideproduktion kann man auf Schautafeln nachlesen, wenn man des Spanischen mächtig ist. Aber eine freundliche Mitarbeiterin erklärt gerne auch auf deutsch, was es zu wissen gibt. Im Foyer kann man in Schaukästen noch bewundern, was es zu kaufen gibt. Auf Nachfrage erfahren wir dass auftragsweise auch heute exquisite Schals, Tücher und Krawatten in alter Handwerkstradition und Qualität gefertigt werden. Ein solches Souvenir hat Seltenheitswert und ist etwas ganz Besonderes -und hat natürlich seinen Preis. insgesamt ein lohnenswerter Besuch.

Samstag, 10. Mai 2008

Abtauchen im Faro

Die äußerste Südspitze la Palmas lohnt in jedem Fall einen Besuch: nicht nur wegen des umwerfenden Ausblicks auf das tosende Meer, wie es an die steilen schwarzen Klippen kracht, nicht nur, weil die Fahrt dorthin über eine der schönsten Küstenstrassen der Insel führt, durch Weinfelder, alte begrünte Lavalandschaften und ganz plötzlich – durch schwarze bizarre Schlackeberge, bis schließlich die Strasse abzweigt hinunter zum Faro, dem alten Leuchtturm und den berühmten Salinen von la Palma.

Mittlerweile hat er alte Leuchtturm einen modernen großen Bruder bekommen, der dem Alten jetzt die Arbeit abgenommen hat und seinen Korpus klassisch rot weiß in den blauen Himmel reckt. Daneben aber steht der alte, beinahe trutzig wirkende alte Leuchtturm, in schwarzem Lavastein erbaut und von einem Gebäude umgeben, dass heute eines der schönsten und neuesten Informationszentren der Insel beherbergt: das Centro de Informacion de la Reserva marina: Es geht um die Unterwasserwelt.

Der Besucher tritt in einen Gang mit hohen Schautafeln, die ihre Aussagekraft aber weniger aus vielen Worten beziehen, die Macher dieser kleinen Schau vertrauen vielmehr auf die Wirkung des Bildes. Zurecht: nur die wenigen mehrsprachigen Sinnsprüche regen den Besucher zum genauen Hinschauen und Nachdenken an. Nach einigen Schritten verdunkelt und verengt sich der Gang. Rechts und links ragt buckliges Gestein aus der Wand. Durch einen engen Durchgang betritt der Besucher plötzlich einen schummrig beleuchteten Raum. Aber bereits nach dem ersten Schritt zögert er, denn es scheint, als ob sich unter ihm der Boden abgesenkt hat , nur mühsam erkennt er, dass dort Schrottteile auf steinigem Untergrund liegen und der Betrachter fragt sich irritiert: wo bin ich hier?

Ein Blick in die Runde zeigt, es ist eine Unterwasserwelt, die hier entstanden ist: der Boden. belegt mit Plexiglas zeigt den Grund des Meeres, wie man ihn um La Palma herum sehen könnte, wäre man ein Taucher. Und die Wände sind wie ein Riff gestaltet, an dem Fische , Muränen und Wasserschildkröten zu schwimmen scheinen. Und mitten im Raum, riesig und etwas irritierend schwebt ein Delphin, gefangen- in einem Netz. Der Blick geht an die Decke und dort setzt sich die Unterwasserscheinwelt fort, den dort schwebt der Schatten eines Bootes, das das Netz ausgeworfen hat, in dem sich nun ein Delphin gefangen hat. Was will uns das Bild sagen? Ein Kurzfilm, der an der Stirnwand des Raumes abgespielt wird, löst das Rätsel: es geht um den Schutz der Unterwasserwelt und insbesondere der Delphine vor den Folgen falschen Fischfangs. Und auch der Hauptfilm, der folgt, zeigt uns, was wir durch überfischen verlieren könnten: die überwältigende Schönheit der Unterwasserwelt um La Palma. Die Vielfalt dieser Unterwasserwelt vor den Küsten La Palmas ist erstaunlich. Nicht nur die filigrane Zartheit der Quallen, die mit ihren Tentakeln vielfarbig das tiefe Blau durchpflügen, auch die beinahe meditative Behäbigkeit der Wasserschildkröten und vor allem das majestätische Gleiten des Riesenrochens entlocken den Besuchern vielfache „Aahs uns oohs“.

Trotz des Staunens empfiehlt es sich, in diesem Raum einen Moment der Stille zu genießen, den Blick schweifen zu lassen, sich von der Atmosphäre dieser nachempfundenen Unterwasserwelt ganz gefangen nehmen zu lassen: Es ist ein schöne, eine äußerst fragile Welt, bedroht, wie so vieles, von Menschenhand und kann doch nur durch sie erhalten und gerettet werden. Der Besucher spürt: diese Art Informationszentrum macht Sinn.

Tritt man dann wieder hinaus in die blendende Sonne und lässt den scharfen Atlantikwind die Haare durchpusten, ist man einen Moment fast wie blind und doch ganz erfüllt und tief berührt. Wie schön, das dieser Ausflug in die Unterwasserwelt ganz umsonst zu haben ist.

Dieser Text erscheint im Sommer in der neuen Inselbroschüre "La Palma para ti" mit Infos für Besucher und Residenten der Insel. Von hier aus wünsche ich der Macherin des Blattes alles Gute und viel Erfolg!

Donnerstag, 8. Mai 2008

Ewiger Frühling auf La Palma?

Wer kennt es nicht, der sagenhafte andere Name der Kanaren: Inseln des ewigen Frühlings?

Nun, noch sind wir Neulinge auf La Palma, noch haben wir ein ganzes Jahr in seinem Lauf hier erlebt, aber den Winter haben wir wohl hinter uns und das eigentliche Frühjahr ist noch nicht zu Ende. Der Winter auf La Palma beginnt im Januar und dauert geht bis Ende März. Es ist kühl, der Morgen beginnt mit 15 Grad und wenn es nur Wolken am Himmel gibt, bleibt es auch dabei. Sobald jedoch die Sonne sich zeigt, steigt das Thermometer auf gut und gerne 20 bis 22 Grad, bei wenig Wind fühlt es sich auch durchaus noch wärmer an. Und dann regnet es, manchmal dauert das drei Tage und es wird richtig nass und auch im Haus fühlt es sich feucht an. Da freut es einen, wenn man was zum Wärmen hat. Richtig warm wird es aber auch im Winter, wenn der Calima weht. dann ist es bereits morgens um acht 25 Grad warm und steigert sich bis 30 Grad. Im Winter ist das durchaus angenehm. Und äußerst trocken. Da heißt es für Mensch, Tier und Pflanzen: trinken, trinken, trinken.

Ab April wird es wärmer, die Sonne scheint noch öfter und es wird einem schnell richtig warm, vor allem wenn man mit einer dunklen Hose in der Sonne sitzt...

Immer wieder überrascht uns hier das Wetter: morgens noch schön, der Himmel blau und scheinbar nicht zu trüben, eine Viertelstunde später schieben sich dunkle Wolken über die Insel und wenn man Pech hat, regnet´s dann auch. Genauso schnell, wie es kommt, geht es dann aber auch und es könnte sein, dass man am Nachmittag noch ein Sonnenbad nehmen kann. So ist La Palma!