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Samstag, 1. Januar 2011

Gute Vorsätze 2011 - Wunsch oder (bald) Wirklichkeit? Eine kleine Übung



Was solls denn dies Jahr sein? Weniger (oder gar nicht mehr) rauchen? Abnehmen, mehr Sport, weniger Stress, mehr Entspannung, mehr Gelassenheit? Egal was, vor allem die unangenehmen Vorsätze (Rauchen, Diät, Sport) sind meist nach kurzer Zeit schon nur noch heiße Luft.

Hier ist eine Übung, mit der Sie herausfinden können, ob Sie ihre Vorsätze wirklich umsetzen wollen und können (können ist meist wollen!):


Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, an dem Sie ungestört sind. Schreiben Sie ihren Vorsatz/ihre Vorsätze auf einen Zettel/eine Karte, groß und gut lesbar. Legen Sie die Karte(n) auf den Fußboden, so wie Sie das Gefühl haben, dass es ihr richtiger Ort ist und dass sie von einer Stelle aus darauf schauen können. Schauen Sie auf die Karten und spüren Sie in sich hinein, wie sich das anfühlt, darauf zu schauen: welche Gefühle kommen hoch?
 Jetzt stellen Sie sich auf die erste Karte, Arme hängen entspannt zur Seite. Schließen Sie die Augen und denken nur das Stichwort auf der Karte (z.B."Rauchen aufhören"). Nicht nachdenken, wie Sie es schaffen können oder wie blöd das wäre... einfach mal im Körper spüren, wie sich das anfühlt: "Rauchen aufhören". Welche Empfindungen kommen hoch? Erleichterung, Freude, Aufatmen? oder Anspannung, Verspannung, Stressgefühle? Wenn Sie ihr Gefühl deutlich erfasst haben, gehen Sie wieder zurück auf die Ausgangsposition.  Wenn Sie mehrere Karten haben, lassen Sie sich etwas Zeit, bevor Sie auf die nächste Karte gehen. Schütteln Sie sich ruhig etwas, Arme, Hände..bis Sie bereit sind für die nächste Karte.

Was sagt Ihnen die Übung? Ganz klar:
Der Körper schickt Ihnen hier  Signale, und Sie wissen dann genau, was für Sie richtig ist. Positive Gefühle heißt: das ist richtig, das wird klappen! Belastende Gefühle heißt: Sie sind noch nicht so weit. Sie sind nicht bereit dafür. Heute nicht, in dieser Lebensphase nicht, in diesem Jar nicht. Versuchen Sie´s gar nicht erst, es wird Ihnen eh nicht gelingen. Nehmen Sie es gelassen, irgendetwas ist noch nicht an dem Punkt angelangt. Jeder Versuch, es dennoch zu versuchen hat hohe Chancen, dass Sie scheitern. Nehmen Sie es hin, vielleicht kommen Sie ja auch noch an den Punkt, an dem Sie dann spüren: jetzt ist es richtig. Sie können  das jederzeit mit dieser Übung überprüfen.

Verlassen Sie sich darauf, was Ihnen Ihr Körper sagt, denn der weiß genau, was für sie richtig ist!
Alles Gute für Sie und hören Sie auf sich!

Mittwoch, 21. April 2010

Coaching-Tools: Arbeit mit Symbolen

Die Arbeit mit Symbolen, d.h, hier insbesondere mit symbolisch beladenen Gegenständen und symbolischen Handlungen nimmt in meiner Arbeit einen immer breiteren Raum ein. Und die Wirkung bestätigt, dass es sich hier um eine äußerst sinnvolle Intervention handelt.
Die Möglichkeiten sind äußerst vielfältig. So kann der Klient in der Arbeit selbst frei ein Signal oder einen Gegenstand wählen, der ihm als Symbol dienen kann.

Symbolische Gesten: Der Klient möchte endlich aufhören, sich über bestimmte Situationen oder Personen zu ärgern. Das Mittel: eine Geste/Körperbewegung, die ihm als Stopsignal dient: "Hör auf!"(..dich zu ärgern) Als Manager benötigt er eine Stop-Geste, die möglichst unauffällig ist. Es sollte sich aber auch nicht um eine Geste handeln, die er sonst auch - ganz ohne Bedeutsamkeit - ausführt, wie Zurechtrücken der Krawatte z.B. . Es sollte eher eine geste sein, die er für gewöhnlich nicht ausführt. Beispiel: wenn er spürt, dass der Ärger in ihm aufkommt, dreht er an seinem Ehering. Wichtig ist, dass diese Geste -vorher im Coaching - gut aufgeladen wurde. Dies geschieht, indem man zum einen den Klienten bittet, sich in die Situation, die den Ärger auslöst intensiv hinein zu imaginieren und ihn dann die Geste ausführen läßt mit dem explizit ausgesprochenen "Stop!". Im Regelfal muss das einige Male wiederholt werden.

Symbolisches Handeln: Der Klient befindet sich in einer beruflichen Umbruchphase. Noch "hängt" er an seiner alten Firma, was es ihm erschwert sich auf das Neue einzulassen. Im Coaching findet er ein schönes Bild dafür: er hängt an der alten Firma wie an einer Schlaufe, die ihn beim Bergsteigen am nächsten Schritt hindert, ihn aber auch sichert. Ich wähle einen dünnen Schal oder eine Krawatte, binde eine Schlaufe, die ich dem Klienten ums Handgelenk lege. In einer Time-Line-Aufstellung, in der er nun den nächsten Schritt tun müsste (sich vom alten lösen, symbolisches Tun), halte ich das andere Ende der Schlaufe fest und halte das Band so straff, wie es der gefühlten Bindung des Klienten an das Alte entspricht. Ich ziehe leicht daran, so dass er spüren kann, wie sehr ihn die Schlaufe festhält und am nächsten Schritt hindert. Die Schlaufe wird spürbar zum Hindernis, der Klient erlebt und spürt körperlich, wie sehr er festgehalten wird, resp. sich festhält und - in dem Moment wo er das kann - lässt er los. Schafft er das nicht, wird klar, dass er noch nicht so weit ist. Vielleicht muss er sein Ziel noch einmal neu überdenken.

Symbolische Gegenstände: für jedweden Zweck kann man mit dem Klienten als Erinnerung, als Signalgeber für eine anderes Verhalten Gegenstände wählen, die der Klient mit sich herumtragen kann, die für die Außenwelt unauffällig sind, ihm selbst jedoch wichtige Signale geben können. Dafür können alle möglichen Gegenstände in Frage kommen, wie Schmuckstücke, Anstecker, Schlüsselanhänger etc. Wichtig ist, dass der Gegenstand gut vom Klienten angenommen werden kann und gut aufgeladen wurde, was sinnvollerweise in einer Coachingsitzung stattfinden sollte.

Viel Spass beim Ausprobieren!

Mittwoch, 18. Februar 2009

Gott sei dank - ich darf beraten!

So oder so ähnlich seufzten erleichtert jetzt meine Teilnehmer an unserem Coaching-Vertiefungsseminar. Denn was sie gelernt haben - bei mir - wohlgmerkt, ist: dass man im Coaching keine Ratschläge gibt. Und nun das: Frau Fritzsche zeigt in einer Beratungs(lern)situation, man kann doch, nein, man muss sogar, wenn es die Vernunft - und die Lage erfordert. Klingt jetzt etwas verwirrend. Warum also vermittle ich meinen Teilnehmern zunächst: keine Ratschläge, nicht zu viele Lösungsvorschläge!? Nun, viele meiner Teilnehmer kommen aus dem klassischen Beratungsumfeld und sind es gewohnt qua ihrer fachlichen Kompetenzen gleich ans Ratschlagen zu gehen, sobald sie bei ihrem Kunden die Möglichkeit dazu sehen, und ist es nicht auch das, was der Kunde will, weswegen er gekommen ist? Ja klar! Aber merkwürdig ist, dass dann die Ratschläge oft gar nicht funktionieren, der Kunde sie ja nicht annimmt, sie nicht umsetzt, was übrigens bei vielen Beratern einen deftigen Frust auslöst: wozu zum Teufel, haben sie dem Kunden gesagt, was er tun soll und der macht es nicht - unverständlich. Hier lächelt der Coach und sagt: kein Wunder! Wessen Lösung ist denn das? Eure Lösung, liebe Berater oder die Eures Kunden? Und dann wundert Ihr euch? Der hört euch zwar zu, ja er will ja auch Lösungsvorschläge haben, aber es klappt so nicht. Hier also heißt es umlernen und das bedeutet: weg von den Ratschlägen, weg von den Lösungsvorschlägen und erst mal gründlich zuhören, hinhören, genau analysieren und dann schauen, was der Kunde selbst schon für Lösungen weiss. Aber, manchmal muss man eben auch mal klare Aussagen treffen. Als ultima ratio, sozusagen. Wie in dem Fall des mittelständischen, ehemaligen Handwerksunternehmens, in dem, was durch die Rekonstruktion sehr gut deutlich wurde, keinerlei Führung praktiziert wird. Zwei Chefs, die sich toll als solche präsentieren, Mitarbeiter, die nicht tun, was sie sollen (warum bloss?) und einen in der Not dazu geholten Meister, der es jetzt richten soll. Aber weiterhin: keinerlei Führung erkennbar. Hier muss auch ein Coach mal klare Kante sprechen: ohne Führung geht es nicht. Ja. Das darf er, das muss er sogar. Und das schönste ist: ein berühmter Kollege hat es jetzt auch nochmal klar formuliert: wer sich nur per systemischen Fragetechniken zur Lösung durchcoacht eiert sich oft furchtbar einen dranlängs. Das ist nicht nur langwierig. Das ist auch ärgerlich - besonders für den Kunden. Dann lieber klare Message: so geht es nicht. Nur muss man dann auch wissen, wie es denn gehen könnte und muss - auch als Coach seine Klienten dann auf dem Weg begleiten. Und schon ist man Trainer. Na so was.

Siehe auch die nächste Rzension der ManagerSeminare, Ausgabe Februar 09.

Sonntag, 1. Juni 2008

Gespräch mit den Nieren

„Ich trinke zuwenig“ eröffnete die Klientin das Gespräch. „Sie trinken zu wenig“ wiederholte ich etwas konsterniert. Was für ein Thema war das?
Die Geschichte, die dann folgte, hatte es allerdings in sich. Die Klientin, erfolgreiche Geschäftsfrau in den Dreißigern, seit knapp zwei Jahren Mutter einer süßen kleinen Tochter, war seit Jahren hochgradig nierenkrank. Sie war deshalb immer mal wieder mit akuten Nierenproblemen ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilweise in schon lebensbedrohlichem Zustand. Diese Notfallereignisse könnte sie vermeiden, wenn sie ausreichend trinken würde, ihre Nieren also gut spülen würde, das aber tat sie nicht. „Ich vergesse das immer wieder. Der ganze Stress mit Job, Haushalt und Kind…“ Aber das Problem hatte insbesondere durch das Kind an neuer Qualität gewonnen: sie wollte ihr Leben und ihre Gesundheit nicht aufs Spiel setzen. Jeder Krankenhausaufenthalt war sowohl für ihr Kind als auch fürs Geschäft schlecht.

Noch während sie ihr Problem schilderte entstand in meinem Kopf eine Idee, wie es denn bearbeitbar sein könnte und ich entschied mich, ihr vorzuschlagen, einmal mit ihren Nieren zu sprechen. Die Idee: eine Kombination aus Rollentausch und Innerem Team, ergänzt um die Kenntnis, dass bei Aufstellungsverfahren auch schon Organaufstellungen zur Klärung von Krankheitsbildern gemacht werden. Warum also nicht ein Gespräch mit Ihren Nieren im Rollentausch-Verfahren? Wir stellten zwei Stühle gegenüber, sie nahm zunächst auf „ihrem“ Stuhl Platz und beschrieb, wie denn die Nieren so aussehen, wie sie da auf dem anderen Stuhl sitzen. Sie sahen sauer aus (was wunder!), klein und schon ganz verschrumpelt, weil sie kein Wasser bekamen. Beim Rollentausch sprach sie nun als ihre Nieren und die beschwerten sich bitterlich, sie schimpften und drohten, demnächst den Dienst ganz einzustellen und ihr somit das Lebenslicht auszublasen. Zurück auf ihrem eigenen Stuhl war die Klientin ziemlich perplex. Dass ihre Nieren so sauer waren, war ihr nicht klar gewesen. Zum ersten Mal konnte sie nachvollziehen, wie lebenswichtig es ist, auf diese Organe acht zugeben, sie zu beachten, sie zu pflegen und zu hegen. Bei weiteren Positionswechseln handelten nun beide Seiten einen Kompromiss aus: man werde sich zukünftig gegenseitig respektieren, denn das Ende des Einen ist automatisch das Ende des Anderen. Meine Klientin versprach – das war ein Vorschlag von mir – täglich mit den Nieren eine Wasserparty zu feiern und diese versprachen, sich dann kooperativ zu verhalten und keine weiteren Probleme mehr zu bereiten.

In der Nachbesprechung vereinbarten wir noch, was der Klientin helfen könnte die Wasserparty nicht zu vergessen. Neben den ganz einfachen visuellen Ankern, wie immer eine Flasche Wasser auf dem Tisch zu haben, erzählte die Klientin, ihr Hobby sei malen. Also schlug ich ihr vor, ein großes Bild zu malen, wie sie täglich mit den Nieren anstößt. Das hat ihr gut gefallen.